Trauerfall
Grablichter und Grabkerzen: welche Art passt und was Sie beachten sollten
Stand: · Rechtslage Deutschland
Ein Licht auf dem Grab ist für viele Menschen ein stilles Zeichen der Verbundenheit. Besonders im Oktober und November, rund um Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag, werden Grablichter und Trauerkerzen aufgestellt. Hier erfahren Sie, welche Arten es gibt, wie lange sie brennen, was Friedhöfe erlauben und wie Sie ein Licht sicher und möglichst umweltschonend aufstellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Klassische Grablichter brennen mit Paraffin, Stearin oder Pflanzenöl. Die Brenndauer steht auf der Packung und reicht je nach Größe von etwa einem Tag bis zu mehreren Tagen.
- LED-Grablichter mit Batterie leuchten oft wochen- bis monatelang, Solarlichter laden sich tagsüber selbst auf.
- Eine bundesweite Regel gibt es nicht. Was erlaubt ist, steht in der Friedhofssatzung Ihrer Stadt oder Gemeinde.
- Bei Hitze und Trockenheit verbieten manche Friedhöfe offenes Feuer zeitweise ganz.
- Ein Deckel und eine Laterne schützen vor Wind und Regen, Abstand zu Gestecken und Kränzen verhindert Brände.
Wann Grablichter aufgestellt werden
Grablichter brennen das ganze Jahr, doch einige Tage haben eine besondere Bedeutung:
| Anlass | Datum 2026 | Hintergrund |
|---|---|---|
| Allerheiligen | Sonntag, 1. November | Katholischer Gedenktag; gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland |
| Allerseelen | Montag, 2. November | Katholischer Gedenktag für alle Verstorbenen; kein gesetzlicher Feiertag. Viele Familien besuchen die Gräber bereits an Allerheiligen. |
| Volkstrauertag | Sonntag, 15. November | Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, zweiter Sonntag vor dem 1. Advent |
| Totensonntag (Ewigkeitssonntag) | Sonntag, 22. November | Evangelischer Gedenktag, letzter Sonntag vor dem 1. Advent, mehr unter Totensonntag |
| Weihnachten | 24. bis 26. Dezember | Viele stellen an Heiligabend ein Licht auf das Grab |
| Todestag, Geburtstag | individuell | Persönliche Anlässe, an denen Angehörige das Grab besuchen |
Weil die Nachfrage im Oktober und November stark steigt, sind beliebte Grablichter in dieser Zeit im Handel manchmal knapp. Wer mehrere Gräber versorgt, kauft am besten rechtzeitig einen Vorrat.
Die Arten im Überblick
Grablichter mit Wachs oder Öl
Das klassische Grablicht besteht aus einer Hülle aus Kunststoff oder Glas, einem Brennstoff und meist einem Metalldeckel mit Luftlöchern. Als Brennstoff dienen:
- Paraffin: wird aus Erdöl gewonnen, ist günstig und weit verbreitet.
- Stearin: wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt, ist formstabiler und tropft weniger.
- Pflanzenöl: etwa Rapsöl; solche Lichter werden oft als Alternative zu Erdölprodukten angeboten.
Die Brenndauer hängt von Größe, Docht und Wetter ab. Hersteller geben sie auf der Verpackung an, zum Beispiel „ca. 2 Tage“. Achten Sie auf diese Angabe und nicht nur auf die Größenbezeichnung, denn die Nummern sind zwischen den Marken nicht direkt vergleichbar. Bei Wind und Kälte brennen Kerzen oft schneller ab als angegeben.
LED-Grablichter mit Batterie
LED-Lichter flackern ähnlich wie eine Flamme, brennen aber nicht. Mit einem Satz Batterien leuchten manche Modelle laut Hersteller mehrere Monate, oft mit Zeitschaltung. Sie sind praktisch, wenn Sie das Grab nur selten besuchen können. Verbrauchte Batterien gehören nicht in den Friedhofsabfall, sondern in eine Batterie-Sammelstelle.
Solar-Grablichter
Solarlichter laden einen kleinen Akku über ein Solarmodul und schalten sich mit einem Dämmerungssensor ein. Sie brauchen keine Batterien zum Nachkaufen. Im Spätherbst und Winter bekommen sie allerdings wenig Sonne, besonders unter Bäumen. Dann leuchten sie kürzer oder gar nicht.
| Art | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Wachs/Öl | Echte Flamme, günstig, überall erhältlich | Begrenzte Brenndauer, Brandgefahr, Abfall durch Hüllen |
| LED mit Batterie | Lange Leuchtdauer, keine offene Flamme | Batterien als Sondermüll, keine echte Flamme |
| Solar | Keine Batterien zum Nachkaufen, keine Flamme | Im Winter und im Schatten schwach |
Was die Friedhofssatzung erlaubt
Eine einheitliche Regel für ganz Deutschland gibt es nicht. Jede Stadt, Gemeinde oder Kirchengemeinde regelt in ihrer Friedhofssatzung, was auf den Gräbern stehen darf. Die Unterschiede sind groß: Manche Satzungen erlauben Lichter nur in geschlossenen Grablampen, auf Gemeinschaftsanlagen oder in Baumgrabfeldern sind Kerzen oft untersagt. Auf Naturfriedhöfen und in Bestattungswäldern sind Grablichter häufig ganz verboten, teils ausdrücklich auch elektrische.
Hinzu kommen Verbote auf Zeit. Im Juni 2026 hat zum Beispiel die Stadt Frankfurt am Main wegen Trockenheit und Hitze offenes Feuer wie Kerzen und Grablichter auf ihren Friedhöfen bis auf Weiteres untersagt. Fragen Sie im Zweifel bei der Friedhofsverwaltung nach oder achten Sie auf Aushänge am Eingang.
Umwelt: weniger Abfall auf dem Friedhof
Nach Allerheiligen und Totensonntag fallen auf vielen Friedhöfen große Mengen leerer Kunststoffhüllen an. Sie können den Abfall verringern:
- Nachfüllkerzen: Für vorhandene Grablaternen und viele Hüllen gibt es passende Einsätze. Die Laterne bleibt, nur der Einsatz wird getauscht.
- Glas statt Kunststoff: Hüllen aus Glas lassen sich wiederverwenden.
- Richtig entsorgen: Nutzen Sie die Sammelbehälter des Friedhofs und trennen Sie Metalldeckel und Hülle, wenn es dafür eigene Behälter gibt.
- Brennstoff wählen: Wer Erdölprodukte meiden möchte, greift zu Stearin oder Pflanzenöl.
Sicherheit: so steht das Licht sicher
- Standfest aufstellen. Auf einen ebenen, festen Untergrund, nicht in lockere Erde, wo das Licht umkippen kann.
- Abstand halten. Nicht direkt neben Kränze, Gestecke, Schleifen oder trockenes Laub stellen.
- Deckel und Laterne nutzen. Sie schützen die Flamme vor Wind und Regen und fangen Funken ab.
- Sicher anzünden. Ein Stabfeuerzeug erreicht den Docht auch in tiefen Hüllen und Laternen, ohne dass Sie sich die Finger verbrennen.
- Bei Trockenheit verzichten. In heißen Sommerwochen ist ein LED- oder Solarlicht die sichere Wahl, sofern die Satzung es erlaubt.
Produkttipps
Die folgenden Produkte nennen wir, weil sie die oben beschriebenen Arten gut abdecken und von vielen Käuferinnen und Käufern gut bewertet werden. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihre Friedhofssatzung die jeweilige Art erlaubt.
Häufige Fragen
Wie lange brennt ein Grablicht?
Das hängt von Größe, Brennstoff und Wetter ab. Die Angabe auf der Packung reicht von etwa einem Tag bis zu mehreren Tagen. Bei Wind und Kälte brennen Kerzen oft schneller ab.
Sind LED-Grablichter auf jedem Friedhof erlaubt?
Nein. Die meisten Friedhöfe erlauben sie, manche Satzungen schließen elektrische Lichter aber aus, etwa auf Naturfriedhöfen. Maßgeblich ist die Friedhofssatzung Ihrer Gemeinde.
Wo ist Allerheiligen ein Feiertag?
Allerheiligen am 1. November ist gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In den übrigen Ländern ist es ein normaler Arbeitstag.
Was ist der Unterschied zwischen Grablicht und Trauerkerze?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet. Als Grablicht bezeichnet man meist ein Licht in einer Hülle mit Deckel für draußen. Eine Trauerkerze steht häufig zu Hause oder bei der Trauerfeier, oft neben einem Foto der verstorbenen Person.
Wohin mit leeren Grablichtern?
In die Sammelbehälter auf dem Friedhof, getrennt nach Deckel und Hülle, wenn es dafür eigene Behälter gibt. Batterien aus LED-Lichtern gehören in eine Batterie-Sammelstelle.
Quellen: Feiertagsgesetze der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland (Allerheiligen); Gesetz über die Sonn- und Feiertage NRW, § 2 Abs. 2 (Volkstrauertag, Totensonntag); Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt: „Erhöhte Brandgefahr“, friedhof-frankfurt.de, 24.06.2026; Friedhofssatzungen einzelner Kommunen. Produktangaben laut Hersteller, Stand 3. Oktober 2026.
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