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Blackout-Vorsorge: Was bei Stromausfall zu tun ist

Stand: · Rechtslage Deutschland

Die meisten Stromausfälle in Deutschland sind nach wenigen Stunden vorbei. Bei großflächigen Schäden kann es nach Einschätzung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aber auch Tage dauern. Dann fallen nicht nur Licht und Herd aus, sondern oft auch Heizung, Mobilfunk, Kartenzahlung und mancherorts die Wasserversorgung. Mit ein paar Vorbereitungen überbrücken Sie diese Zeit ruhig und ohne Hektik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das BBK empfiehlt, sich möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können. Schon ein Vorrat für 3 Tage hilft sehr.
  • Wasser: idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen.
  • Bei Stromausfall Herd, Bügeleisen und andere Wärmegeräte ausschalten, eine Lampe eingeschaltet lassen, Kühl- und Gefriergeräte geschlossen halten.
  • Informationen kommen über Batterie-, Kurbel- oder Autoradio. Ein Stromausfall allein ist kein Notfall für die 112.
  • Grill, Campingkocher mit Kartusche und Stromerzeuger nie in geschlossenen Räumen betreiben: Es droht eine Kohlenmonoxidvergiftung.
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Checkliste Blackout-Vorsorge

Personen im Haushalt (davon Kinder, Pflegebedürftige, Haustiere)
Vorrat für … Tage (Ziel nach BBK: 10, Anfang: 3)
Treffpunkt der Familie, falls niemand erreichbar ist
Anlaufstelle der Gemeinde (Rathaus, Notfalltreffpunkt)

Wichtige Telefonnummern

WerNummer
Feuerwehr und Rettungsdienst112
Polizei110
Ärztlicher Bereitschaftsdienst116 117
Störungsstelle Netzbetreiber (siehe Stromrechnung)
Hausarzt
Hausverwaltung oder Vermieter
Angehörige
Nachbarn

Wasser und Essen

VorhandenWasMengeHaltbar bis / Notiz
Trinkwasser in Flaschen: 2 Liter je Person und Tag
Kanister für Brauchwasser (Waschen, Toilette)
Haltbares Essen, das ohne Kochen essbar ist
Lebensmittel mit kurzer Kochzeit
Baby- und Spezialnahrung, Tierfutter
Kochgelegenheit ohne Strom (Kartuschenkocher und Grill nur im Freien)
Gaskartuschen, Brennpaste, Dosenöffner

Licht und Information

VorhandenWasMengeNotiz
Taschen- oder Stirnlampe, Campingleuchte
Ersatzbatterien in passenden Größen
Kurbel-, Solar- oder Batterieradio
Warn-App (z. B. NINA) auf allen Handys
Kerzen, Feuerzeug, Streichhölzer (nie unbeaufsichtigt)
Rauchmelder, Feuerlöscher oder Löschspray, CO-Melder

Energie und Wärme

VorhandenWasMengeNotiz
Powerbank, regelmäßig geladen
Powerstation oder Solarladegerät
Ladekabel, Autoladeadapter
Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke
Für Innenräume zugelassene Wärmequelle und Brennstoff, falls gewünscht

Gesundheit und Hygiene

VorhandenWasMengeHaltbar bis / Notiz
Persönliche Medikamente, Medikamentenplan
Hausapotheke, Verbandsmaterial, Fieberthermometer
Ersatzbrille, Hörgerätebatterien, Akkus für Hilfsmittel
Toilettenpapier, Seife, Feuchttücher, Hygieneartikel
Stabile Müllbeutel (auch für die Toilette), Desinfektionsmittel

Dokumente und Bargeld

VorhandenWasOrtNotiz
Ausweise, Geburtsurkunden, Krankenkassenkarten (Kopien)
Versicherungsscheine, Verträge, Kontounterlagen
Vollmachten, Verfügungen, Impfpass, Befunde
Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen
Telefonliste auf Papier

Notfallrucksack

GepacktWasNotiz
Warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe, Wechselkleidung
Dokumentenmappe und Bargeld
Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Hygieneartikel
Geladene Powerbank und Kabel
Taschenlampe und Radio
Haltbare Snacks und Trinkflasche
Decke oder Schlafsack
Vorrat zuletzt geprüft am
Nächste Prüfung am

Stromausfall: was Sie sofort tun sollten

  1. Ausmaß prüfen. Ist nur Ihre Wohnung dunkel oder auch das Treppenhaus, die Nachbarn, die Straßenbeleuchtung? Betrifft es nur Sie, schauen Sie in den Sicherungskasten. Springt eine Sicherung immer wieder heraus, rufen Sie eine Elektrofachkraft. Bei einem Ausfall im Netz gibt Ihr Netzbetreiber Auskunft; die Störungsnummer steht meist auf der Stromrechnung.
  2. Geräte ausschalten. Schalten Sie Herd, Ofen, Bügeleisen, Wasserkocher, Heizlüfter und Heizdecken aus. Sonst laufen sie unbemerkt wieder an, wenn der Strom zurückkommt. Empfindliche Elektronik können Sie ausstecken.
  3. Eine Lampe eingeschaltet lassen. So merken Sie sofort, wenn der Strom wieder da ist.
  4. Kühlschrank und Gefriergerät geschlossen halten. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen bleibt ein geschlossener Kühlschrank je nach Füllstand und Isolierung etwa vier bis sechs Stunden kalt, ein Gefrierschrank hält die Temperatur oft bis zu 48 Stunden. Verbrauchen Sie leicht Verderbliches zuerst und entsorgen Sie Lebensmittel im Zweifel.
  5. Informieren. Ein batteriebetriebenes Radio, ein Kurbelradio oder das Autoradio funktionieren ohne Steckdose. Solange das Mobilfunknetz läuft, warnt auch die App NINA. Fällt das Netz aus, funktionieren Warn-Apps nicht mehr, Radiosender aber schon.
  6. Notruf nur im Notfall. Das BBK weist darauf hin, dass die Notrufnummern bei früheren Stromausfällen oft für Auskünfte angerufen wurden und dadurch überlastet waren. Funktionieren 110 und 112 nicht mehr, gehen Sie im Notfall möglichst zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. Viele Städte richten bei längeren Ausfällen Anlaufstellen ein, etwa im Rathaus oder an Notfalltreffpunkten. Fragen Sie vorab bei Ihrer Gemeinde nach, wo diese liegen.

Sehen Sie nach Nachbarn, die allein leben, pflegebedürftig sind oder auf strombetriebene Geräte angewiesen sind. Wer einen Pflegedienst nutzt, klärt am besten vorher, ob und wie dieser bei einem längeren Ausfall weiterarbeitet.

Notvorrat nach BBK: wie viel und wofür

Das BBK rät allen Haushalten, sich möglichst zehn Tage selbst zu versorgen: mit Wasser, Essen, Medikamenten und Hygieneartikeln. Wer bei null anfängt, beginnt mit drei Tagen und baut den Vorrat schrittweise aus. Die vollständige Liste finden Sie in der Checkliste des BBK. Die Vorlage oben auf dieser Seite fasst die Punkte für den Stromausfall zusammen.

  • Essen: Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, verderben bei Stromausfall nicht. Was ohne Kochen essbar ist oder nur kurz erhitzt werden muss, spart Brennstoff. Denken Sie an Allergien, Kleinkinder und Haustiere. Einen Vorratsrechner bietet das Bundeslandwirtschaftsministerium unter ernaehrungsvorsorge.de.
  • Medikamente und Hygiene: persönliche Medikamente für einige Tage im Voraus, eine Hausapotheke, Toilettenpapier, Müllbeutel und Feuchttücher. Fällt die Wasserversorgung aus, helfen stabile Müllbeutel in der Toilette oder eine Campingtoilette.
  • Bargeld: Geldautomaten und Kartenzahlung funktionieren ohne Strom nicht.
  • Dokumente: Ausweise, Versicherungsunterlagen und Verträge gesammelt in einer Mappe, die Sie im Notfall mitnehmen können.
  • Kontakte auf Papier: eine ausgedruckte Liste wichtiger Telefonnummern, falls das Handy leer ist.

Wasser lagern

Wasserwerke brauchen Strom. Fällt er länger aus, kann auch kein Wasser mehr aus der Leitung kommen. Das BBK nennt als Richtwert 2 Liter pro Person und Tag, also 20 Liter für zehn Tage. Wasser zum Waschen und Spülen ist darin nicht enthalten.

Für den Trinkwasservorrat eignet sich gekauftes Mineral-, Quell- oder Tafelwasser. Es ist laut Verbraucherzentrale Sachsen ungeöffnet und richtig gelagert fast unbegrenzt haltbar, auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Leitungswasser selbst abzufüllen und als Trinkvorrat zu lagern, rät die Verbraucherzentrale dagegen ab, weil zu Hause kaum dieselbe Hygiene möglich ist wie in einem Abfüllbetrieb. Kanister sind trotzdem nützlich: als Brauchwasser für Hygiene und Toilette, als Löschwasser, und um bei einer Vorwarnung frisches Leitungswasser aufzufangen. Achten Sie auf lebensmittelechte Behälter und lagern Sie den Vorrat kühl und dunkel.

Licht und Information

Taschenlampen und Campingleuchten mit Ersatzbatterien sind sicherer als Kerzen. Brennen doch Kerzen, stellen Sie sie standfest auf, halten Sie Abstand zu Brennbarem und lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt. Das BBK weist darauf hin, dass bei Stromausfällen durch Kerzen und gasbetriebene Licht- und Heizquellen ein erhöhtes Brandrisiko besteht, und empfiehlt Rauchmelder sowie Feuerlöscher oder Löschspray.

Kochen ohne Strom

Ein Gasherd funktioniert oft weiter. Für drinnen nennt das BBK ein Stövchen mit Teelicht zum Aufwärmen, ein Fondue-Set mit Brennpaste und Gaskocher, die ausdrücklich für Innenräume zugelassen sind. Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- und Holzkohlegrills gehören dagegen nur ins Freien. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, möglichst auf dem Balkon oder der Terrasse zu kochen und nicht in der Wohnung. Bei zu wenig Sauerstoff entsteht Kohlenmonoxid, ein geruchloses Gas. Eine Vergiftung ist lebensgefährlich. Das BBK empfiehlt geprüfte Kohlenmonoxid-Melder.

Heizen ohne Strom

Auch Gas- und Ölheizungen brauchen meist Strom für Pumpe und Steuerung. Im Winter hilft zunächst das Einfache: warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke, sich in einem Raum aufhalten, Türen und Fenster geschlossen halten. Lüften Sie trotzdem regelmäßig, indem Sie die Fenster für wenige Minuten ganz öffnen.

Als netzunabhängige Wärmequelle nennt das BBK für Innenräume zugelassene Gasheizer, Ethanolkamine und Petroleumöfen. Gasbetriebene Geräte sollten eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung haben. Von improvisierten Lösungen raten die Feuerwehren ab: Der Deutsche Feuerwehrverband warnt, wegen der Brandgefahr weder Feuerschalen, Grills oder Teelichtöfen noch alte Heizlüfter oder Heizstrahler in Wohnräumen zu benutzen. Wer einen Kamin- oder Kachelofen hat, legt einen Vorrat an Holz oder Briketts an.

Notstromaggregat oder Powerstation?

Ein Stromerzeuger mit Benzin-, Diesel- oder Gasmotor darf laut BBK nicht in Innenräumen betrieben werden, auch nicht in Garage oder Keller: Die Abgase können tödlich sein. Geeignet ist ein gut belüfteter, trockener Platz im Freien. Beim Kraftstoff verweist das BBK auf die Technische Regel TRGS 510; als Beispiel nennt es höchstens 10 kg Benzin oder 20 kg Diesel in geeigneten Kanistern im Keller, Gas darf dort gar nicht lagern.

Soll ein Aggregat das ganze Haus oder einen Teil der Hausinstallation versorgen, ist das Sache eines Elektrofachbetriebs. Nötig ist ein Umschalter, der das Haus sicher vom öffentlichen Netz trennt. Fließt Strom ins Netz zurück, gefährdet das Menschen, die an der vermeintlich spannungsfreien Leitung arbeiten. Das BBK rät zusätzlich, den Netzbetreiber zu informieren. Ein selbst gebautes Kabel in die Steckdose ist keine Lösung.

Für Licht, Handy, Router und Radio reicht oft eine Powerbank oder eine Powerstation mit Akku. Sie arbeitet ohne Abgase und darf drinnen stehen. Ihre Grenzen liegen bei Geräten, die Wärme erzeugen: Wasserkocher, Heizgeräte und Kochplatten brauchen nach BBK schnell 1.500 bis 2.000 Watt. Das leert einen Akku mittlerer Größe in kurzer Zeit oder überlastet ihn. Einen Kühlschrank kann eine Powerstation zeitweise betreiben; wie lange, hängt von Kapazität und Verbrauch des Geräts ab.

Notfallrucksack

Für den Fall, dass Sie die Wohnung schnell verlassen müssen, empfiehlt das BBK ein gepacktes Notgepäck. Hinein gehören unter anderem warme Kleidung und Regenschutz, Wechselkleidung, die Dokumentenmappe, persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Material, Hygieneartikel, eine geladene Powerbank, haltbare Lebensmittel mit einer Trinkflasche, Taschenlampe, Radio und Bargeld. Die vollständige Aufstellung steht in der BBK-Checkliste.

Zahlt die Versicherung?

Der Stromausfall selbst ist kein versicherter Schaden. Es kommt auf die Folgen an und auf Ihren Vertrag.

  • Tiefkühlgut: Viele Hausratverträge ersetzen verdorbene Lebensmittel nicht. Manche Tarife enthalten aber eine Klausel für Schäden am Tiefkühlgut durch einen Ausfall der öffentlichen Stromversorgung, oft mit einer Höchstsumme. Lebensmittel im normalen Kühlschrank sind nach Angaben des Versichererverbands GDV davon nicht erfasst. Ob Sie geschützt sind, steht in Ihren Bedingungen.
  • Überspannung durch Blitz: In den aktuellen Musterbedingungen des GDV gehören Überspannungsschäden durch Blitz an Elektrogeräten zum Hausratschutz. Ältere Verträge schließen sie teils aus oder begrenzen sie. Überspannung aus anderen Ursachen ist in der Regel nicht erfasst.

Fotografieren Sie verdorbene Ware, notieren Sie Dauer und Uhrzeit des Ausfalls und melden Sie den Schaden zügig. Wie Sie bei einem Schaden in der Wohnung vorgehen, zeigt die Seite Wasserschaden. Passt Ihr Vertrag nicht mehr, finden Sie Fristen und Wege unter Versicherung kündigen. Für das Auto im Winter lohnt ein Blick auf die Winterreifenpflicht; dort geht es auch um Starthilfe ohne zweites Auto.

Häufige Fragen

Wie viel Notvorrat empfiehlt das BBK?

Möglichst für zehn Tage: Wasser, Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel für alle Personen im Haushalt. Ein Vorrat für drei Tage ist ein guter Anfang, den Sie nach und nach erweitern können.

Wie viel Wasser brauche ich pro Person?

Das BBK nennt idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Für eine Person und zehn Tage sind das 20 Liter. Wasser für Körperpflege und Toilette kommt hinzu.

Wie lange bleibt der Kühlschrank bei Stromausfall kalt?

Bleibt die Tür zu, hält ein Kühlschrank laut Verbraucherzentrale Niedersachsen etwa vier bis sechs Stunden, ein Gefrierschrank oft bis zu 48 Stunden. Es hängt von Füllstand und Isolierung ab. Öffnen Sie die Geräte so selten wie möglich.

Taugt ein Teelichtofen zum Heizen?

Nein. Der Deutsche Feuerwehrverband rät wegen der Brandgefahr ausdrücklich davon ab, Teelichtöfen in Wohnräumen zu verwenden. Warme Kleidung, Decken und ein gemeinsamer Raum sind die sicherere Lösung.

Funktioniert der Notruf 112 bei einem Blackout?

Nicht sicher. Mobilfunk und Festnetz können ausfallen. Rufen Sie die 112 nur in echten Notfällen, nicht für Auskünfte. Klappt der Anruf nicht, gehen Sie zur nächsten Polizeiwache, ins Krankenhaus oder zu einer Anlaufstelle Ihrer Gemeinde.

Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, 2. Auflage, Stand 11/2025, mit Checkliste; BBK, Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ und Webseite „Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“; Verbraucherzentrale Niedersachsen, „Verpflegung bei Stromausfall“, Stand August 2026; Verbraucherzentrale Sachsen, Marktcheck Notfallvorrat, Februar 2025; Deutscher Feuerwehrverband, „Erhöhte Brandgefahr durch alternative Heizmethoden“; GDV, Allgemeine Hausrat-Versicherungsbedingungen VHB 2022 (Musterbedingungen) und Hinweise zum Stromausfall in Berlin, Januar 2026; Stadt Nürnberg, Hinweise zum Selbstschutz bei Stromausfall; TRGS 510.

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