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Energiekosten sparen: Strom und Heizung im Griff

Stand: · Rechtslage Deutschland

Strom kostet Haushalte in Deutschland 2026 im Schnitt rund 37 Cent pro Kilowattstunde, Gas rund 11 bis 12 Cent. Viele zahlen deutlich mehr als nötig: Laut Stromspiegel verschwenden deutsche Haushalte jedes Jahr rund 12 Milliarden Euro für Strom. Die größten Hebel sind die Raumtemperatur, versteckte Stromfresser und der Tarif.

Die wirksamsten Maßnahmen

  • 1 °C weniger heizen spart etwa 6 % Heizenergie. Richtwerte: Wohnräume 20 °C, Schlafzimmer 17 bis 18 °C.
  • Stoßlüften statt Kippen, Heizkörper entlüften und freihalten.
  • Standby abschalten: In einer Wohnung bringt das bis zu 210 kWh im Jahr, rund 78 Euro.
  • Tarif prüfen: Neukundentarife lagen Anfang Oktober 2026 deutlich unter der Grundversorgung.
  • Balkonkraftwerk: bis 800 Watt, nur im Marktstammdatenregister anmelden, auch für Mieter.

Was Strom und Gas 2026 kosten

Laut Strompreisanalyse des Energieverbands BDEW vom August 2026 zahlen Haushalte 2026 im Schnitt rund 37,0 Cent pro Kilowattstunde. Davon entfallen etwa 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern und Abgaben. Gas kostete laut BDEW 2026 bisher rund 11,9 Cent pro Kilowattstunde im Einfamilienhaus und 11,2 Cent im Mehrfamilienhaus.

Wie viel Strom ist normal? Der Stromspiegel nennt diese Durchschnittswerte, ohne Warmwasser über Strom:

PersonenWohnung (kWh/Jahr)Haus (kWh/Jahr)
11.2001.800
21.9002.700
32.4003.500
42.6003.800
53.1004.500

Wird das Warmwasser elektrisch erzeugt, etwa mit Durchlauferhitzer, kommen pro Person rund 305 kWh hinzu. Liegen Sie deutlich darüber, lohnt die Suche nach Stromfressern. Ihren Verbrauch und den Vergleich mit dem Vorjahr finden Sie auf der Jahresrechnung; diese Angaben sind vorgeschrieben (§ 40 Abs. 2 EnWG).

Heizkosten sparen

Richtig heizen

  • Temperatur: Jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie. Die Verbraucherzentrale empfiehlt 20 °C in Wohnräumen und 18 °C im Schlafzimmer, das Umweltbundesamt nennt für das Schlafzimmer 17 °C und für die Küche 18 °C. Ungenutzte Räume nicht unter 16 °C auskühlen lassen, sonst droht Schimmel.
  • Nachts und bei Abwesenheit absenken: Programmierbare Thermostate sparen laut Umweltbundesamt rund 10 %. Rollläden und Vorhänge nachts schließen verringert den Wärmeverlust über die Fenster.
  • Heizkörper freihalten: Etwa 30 cm Abstand zu Möbeln und Vorhängen, damit die Wärme in den Raum kommt.

Heizkörper entlüften

Gluckert der Heizkörper oder wird er nicht richtig warm, ist Luft im System. Kurz gesagt: Thermostate ganz aufdrehen, wenn möglich die Umwälzpumpe ausschalten und 30 bis 60 Minuten warten, das Entlüftungsventil mit dem Vierkantschlüssel öffnen, bis Wasser kommt, schließen und danach den Heizungsdruck prüfen. Die ausführliche Anleitung mit Reihenfolge, Druckwerten und Tipps für Mieter steht unter Heizkörper entlüften.

Richtig lüften

Mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten stoßlüften, im Winter eher kürzer, mit weit geöffnetem Fenster und abgedrehtem Heizkörper. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus und kosten viel Energie. Ein Thermo-Hygrometer zeigt, wann gelüftet werden sollte: Eine Luftfeuchtigkeit dauerhaft über etwa 60 % begünstigt Schimmel.

Größere Hebel

  • Hydraulischer Abgleich: Ein Fachbetrieb stellt die Heizung so ein, dass jeder Heizkörper die passende Wassermenge bekommt. Laut Verbraucherzentrale spart das 5 bis 15 %. Das BAFA fördert die Heizungsoptimierung mit 15 % Zuschuss.
  • Heizungsrohre dämmen in unbeheizten Räumen wie dem Keller.
  • Energieberatung: Die Verbraucherzentrale berät telefonisch, online und in Beratungsstellen kostenlos, zu Hause für höchstens 40 Euro; für Haushalte mit geringem Einkommen ist alles kostenlos. Telefon: 0800 809 802 400.

Stromkosten senken

Stromfresser finden

Ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Gerät zeigt, was ein Gerät im Betrieb und im Standby verbraucht. Typische Stromfresser sind alte Kühl- und Gefriergeräte, Wäschetrockner, Elektroheizer, Durchlauferhitzer und Unterhaltungselektronik im Dauerbetrieb.

Standby abschalten

Laut Stromspiegel lassen sich durch das Vermeiden von Standby in einer Wohnung bis zu 210 kWh und im Einfamilienhaus bis zu 360 kWh im Jahr sparen; beim aktuellen Durchschnittspreis sind das rund 78 bzw. 133 Euro. Am einfachsten geht das mit einer schaltbaren Steckdosenleiste für Fernseher, Spielekonsole und Computer. Für viele neue Geräte gilt eine EU-Grenze von 0,5 Watt im Standby, für vernetzte Geräte aber nicht.

Im Alltag

  • Kühlschrank auf 7 °C im oberen Fach, Gefriergerät auf −18 °C. Jedes Grad kälter kostet beim Kühlschrank etwa 6 % mehr Strom.
  • LED statt Glüh- oder Halogenlampen: bis zu 90 % weniger Strom.
  • Waschen: Bei normaler Verschmutzung reichen 20 bis 30 °C. Das Eco-Programm spart trotz längerer Laufzeit Energie; Kurzprogramme sparen nur Zeit.
  • Trocknen: Wäscheleine ist am günstigsten; wenn ein Trockner, dann ein Wärmepumpentrockner.
  • Backofen: Umluft braucht etwa 15 % weniger Energie als Ober- und Unterhitze. Beim Kochen den Deckel auf den Topf.
  • Warmwasser: Ein Sparduschkopf mit weniger als 9 Litern pro Minute spart deutlich Warmwasser. Achtung bei älteren hydraulischen Durchlauferhitzern: Sie springen teils erst ab etwa 8 Litern pro Minute an.

Strom- und Gasanbieter wechseln

Wer noch in der Grundversorgung ist oder einen alten Vertrag hat, zahlt oft deutlich mehr als nötig. Laut Verivox lag der Preis für Neukunden mit zwölf Monaten Preisgarantie Anfang Oktober 2026 bei rund 31 Cent pro Kilowattstunde, also deutlich unter dem Durchschnittspreis.

  • Grundversorgung: mit zwei Wochen Frist kündbar (§ 20 Abs. 1 StromGVV).
  • Preiserhöhung: Der Anbieter muss Sie mindestens einen Monat vorher informieren; Sie können dann ohne Frist und kostenlos zum Zeitpunkt der Erhöhung kündigen (§ 41 Abs. 5 EnWG).
  • Umzug: Sonderkündigung mit sechs Wochen Frist, wenn der Anbieter Sie an der neuen Adresse nicht zu den bisherigen Bedingungen beliefert (§ 41b Abs. 5 EnWG); mehr unter Wohnung kündigen.
  • Worauf achten: Preisgarantie, Vertragslaufzeit höchstens zwölf Monate, keine Vorkasse, Bonus nur als Zugabe sehen und den Preis im zweiten Jahr mitrechnen.

Balkonkraftwerk 800 Watt: Regeln 2026

Ein Steckersolargerät, oft Balkonkraftwerk genannt, erzeugt Strom für den eigenen Verbrauch. Seit den Erleichterungen der letzten Jahre gilt (§ 8 Abs. 5a EEG):

  • Leistung: Wechselrichter bis 800 Watt, Modulleistung bis 2.000 Watt-Peak.
  • Anmelden: nur noch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, nicht mehr beim Netzbetreiber. Der Netzbetreiber darf keine zusätzlichen Meldungen verlangen. Schritt für Schritt erklärt unter Balkonkraftwerk anmelden.
  • Mieter und Wohnungseigentümer: Vermieter müssen ein Steckersolargerät in der Regel erlauben, wenn es zumutbar ist (§ 554 BGB); Wohnungseigentümer haben einen Anspruch darauf, die Gemeinschaft beschließt über die Umsetzung (§ 20 Abs. 2 WEG).
  • Kosten und Steuer: laut Verbraucherzentrale rund 300 bis 500 Euro; auf Module und Wechselrichter fällt keine Mehrwertsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG).
  • Ertrag: Ein 400-Watt-Modul liefert unter guten Bedingungen bis etwa 400 kWh im Jahr. Die Verbraucherzentrale rechnet bei einem senkrecht hängenden Modul am Südbalkon mit rund 280 kWh, wovon etwa 200 kWh Netzstrom ersetzen; beim aktuellen Strompreis sind das rund 74 Euro im Jahr. Die Anlage hat sich damit nach einigen Jahren bezahlt gemacht.

Dynamischer Stromtarif: für wen?

Seit 2025 muss jeder Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten, dessen Preis sich am Börsenstrompreis orientiert und sich alle 15 Minuten ändern kann (§ 41a Abs. 2 EnWG). Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das laut Verbraucherzentrale rund 40 Euro im Jahr kostet. Lohnend ist ein solcher Tarif vor allem für Haushalte mit großem, verschiebbarem Verbrauch, etwa mit E-Auto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher. Für normale Haushalte ist das Risiko hoher Preise oft größer als der Nutzen.

Häufige Fragen

Wie viel spart 1 Grad weniger Heizen?

Etwa 6 % der Heizenergie, laut Verbraucherzentrale.

Wie viel Strom verbraucht ein 2-Personen-Haushalt?

Laut Stromspiegel im Schnitt rund 1.900 kWh im Jahr in einer Wohnung und 2.700 kWh in einem Haus, ohne elektrische Warmwasserbereitung.

Was kostet eine Kilowattstunde Strom 2026?

Im Schnitt rund 37 Cent laut BDEW; Neukundentarife lagen Anfang Oktober 2026 laut Verivox bei rund 31 Cent.

Muss ich ein Balkonkraftwerk anmelden?

Ja, aber nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr nötig.

Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk anbringen?

Grundsätzlich ja. Der Vermieter muss zustimmen, darf das aber nur verweigern, wenn es ihm nicht zumutbar ist (§ 554 BGB).

Wie entlüfte ich einen Heizkörper?

Thermostate ganz aufdrehen, Umwälzpumpe wenn möglich ausschalten und 30 bis 60 Minuten warten, das Entlüftungsventil öffnen, bis Wasser kommt, schließen und den Heizungsdruck kontrollieren.

Ähnliche Themen: Nebenkostenabrechnung prüfen, Blackout-Vorsorge, Steuererklärung: Fristen & Belege.

Quellen, abgerufen am 6. Oktober 2026: BDEW-Strompreisanalyse und Gaspreisanalyse (August 2026); co2online, Stromspiegel (Stromverbrauch im Haushalt, Standby) und Pressemitteilung Stromspiegel 2025; Verbraucherzentrale: Heizkosten sparen (24.09.2026), Strom sparen im Haushalt (20.08.2026), FAQ Steckersolargeräte (06.03.2026), Dynamische Stromtarife, Energieberatung; Verbraucherzentrale Energieberatung, Hydraulischer Abgleich; Umweltbundesamt, Umwelttipps Heizen/Raumtemperatur und Waschmaschine; Verivox, Strompreisentwicklung (05.10.2026); BAFA, Heizungsoptimierung; §§ 40, 41, 41a, 41b EnWG, § 20 StromGVV, § 8 EEG, § 554 BGB, § 20 WEG, § 12 UStG. Eigene Umrechnung der Ersparnisse auf 37 ct/kWh.

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